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Sport im Weserspucker Aktuelles - Hintergründe - Sportnachrichten Besondere Situation Hinkel als Interimscoach des VfB Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel sieht sich als Interimstrainer des kriselnden VfB Stuttgart vor einer besonderen Herausforderung. „Jetzt die Bundesliga-Mannschaft - wenn auch in einer schwierigen Situation und über einen begrenzten Zeitraum - zu betreuen, ist natürlich speziell, keine Frage“, sagte der 36-Jährige am Montag in einem Interview auf der Vereinshomepage des Tabellenletzten der Fußball- Bundesliga. Im Rahmen seiner derzeit laufenden Ausbildung zum Fußballlehrer hätte Hinkel an diesem Montag ohnehin ein zweiwöchiges Praktikum beim VfB begonnen. Dass er nun aber nicht bei Tayfun Korkut hospitiert, sondern nach dessen Beurlaubung am Sonntag die Mannschaft bis auf Weiteres hauptverantwortlich trainiert, sei für ihn selbstverständlich. „Meine persönliche Situation ist jetzt aber völlig nebensächlich. Entscheidend ist, dass der VfB schnell den Weg zurück in die Erfolgsspur findet“, sagte er. Möglichst bis zum nächsten Bundesligaspiel am 20. Oktober gegen Tabellenführer Borussia Dortmund will der VfB einen neuen Cheftrainer gefunden haben. dpa Der durch Verletzungen ausgedünnte Bayern-Kader stößt derzeit an Grenzen. Nur zwei neue Spieler holte der Rekordmeister im Sommer. Foto: dpa Baumängel im Kader Bis Tag 85 lief für Niko Kovac alles wunderbar beim FC Bayern. Zum Ablauf der ersten 100 Tage sieht plötzlich alles anders aus. Ist die Krise nur eine Momentaufnahme? Und wer hat schuld? Anpacken, arbeiten, aufbäumen: Genau das ist jetzt die Aufgabe von Niko Kovac - aber in seiner ersten großen Krisenlage beim FC Bayern kann der Trainer kaum aktiv Einfluss nehmen. Die vielen Fußball-Nationalspieler sind bis weit in die kommende Woche hinein weg. Im Training kann der Kroate nur mit einer Handvoll Profis um die Altstars Franck Ribéry und Arjen Robben an den Defiziten in Offensive und Defensive arbeiten. Und so muss Kovac Hilfe erbeten, etwa von Bundestrainer Joachim Löw: „Ich hoffe, dass die Spieler, die bei der Nationalmannschaft sind, dort einen freien Kopf bekommen und ein Erfolgserlebnis haben, um das mit nach München zu bringen.“ Erst nach seinem 47. Geburtstag Anfang kommender Woche kann sich Kovac („Ich arbeite gerne“) voll in die Krisenbewältigung stürzen. Vorab erhielt er von Präsident Uli Hoeneß am Montag auch nach der vierten sieglosen Partie weitere Rückenstärkung. „Ich werde Niko Kovac verteidigen bis aufs Blut“, kündigte Hoeneß im „Kicker“ an. „Bei uns herrscht die totale Ruhe“, sagte Hoeneß auch. Das geht als taktische Flunkerei durch. Ein Absturz auf Tabellenplatz sechs löst an der Säbener Straße normalerweise einen erhöhzungen ausgedünnte Kader stößt dann an Grenzen. Nur zwei Neue holte der Rekordmeister im Sommer - Leon Gorezka und Serge Gnabry. Der Kader hat Baumängel. Außenverteidiger sind rar. Als Back-up-Lösung für Robert Lewandowski (30) fungiert in Sandro Wagner ein noch ein Jahr älterer Angreifer anstelle eines jungen Angreifers mit Perspektive, der frech und forsch Druck ausübt. Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge müssen Kovac beim ersten Gegenwind stärken. Sie hatten ihn nach den Anfangserfolgen auch hochgelobt. Natürlich ist es Pech, in Kingsley Coman und Weltmeister Corentin Tolisso zwei Langzeitverletzte zu haben. Aber verletzte Profis sind Vereinsalltag. Gerade Coman jedoch gilt mit seinen Tempodribblings intern als der Mann nach Robben (34) und Ribéry (35), deren Ablösung von Jahr zu Jahr verschoben wird. dpa ten Blutdruck aus. Kovac steht im Zentrum des Münchner Herbststurms. Aber die Analyse der Krisenlage hat auch mit den Bossen und den Spielern zu tun. Die Stars sehen auch sich in der Pflicht, wie Vize-Kapitän Thomas Müller am Montag bei einem Werbetermin in München sagte: „Jetzt gilt es, die Situation anzunehmen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir Ergebnisse liefern und Spielkultur, die vom FC Bayern erwartet wird.“ Seit gestrigem Dienstag ist Kovac 100 Tage im Amt. Wer auf die Liste der ersten elf Pflichtspiele unter Kovac schaut, dem fällt auf, dass der Einbruch einsetzte, als Mitte September die Englischen Wochen mit sieben Spielen in 21 Tagen begannen. Der auch durch Verlet- ”Ich werde Niko Kovac verteidigen bis aufs Blut.“ Scheint derzeit in Superform zu sein: Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton. Foto: dpa Nach der Entlassung von Trainer Tayfun Korkut, trainiert Andreas Hinkel beim VfB Stuttgart. Foto: dpa Große Worte, wenig Taten Genervter Nagelsmann hat „wenig Spaß“ Im Sommer schienen die positiven Schlagzeilen rund um Julian Nagelsmann kaum abzureißen. Nagelsmann führt Hoffenheim erstmals in die Champions League, Nagelsmann übernimmt 2019 bei RB Leipzig, Nagelsmann schlägt Angebot von Königsklassen Gewinner Real Madrid aus, Nagelsmann sagt FC Bayern den Kampf an: Dem 31-Jährigen, der sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League zum jüngsten Trainer der Geschichte wurde, ließ alles leicht aussehen. Knapp drei Monate später ist die Realität des gebürtigen Oberbayern eine andere. „Gerade macht es wenig Spaß“, sagte ein konsternierter Nagelsmann nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt am Sonntagabend. Erstmals in seiner Zeit bei 1899 Hoffenheim hat der Jung-Coach dreimal in Serie verloren, dazu auch noch drei Heimspiele. „Aktuell haben wir die Qualität nicht so, dass wir die Spiele gewinnen“, kritisierte der Trainer. Von der Situation wirkt er zunehmend angegriffen, der plötzliche Misserfolg nervt den hochehrgeizigen Fußballlehrer. Der Trainer vermisst bei seiner Mannschaft vor allem die Effizienz: „Der Gegner kommt mit sehr wenigen Chancen zu meist doppelt so vielen Toren wie wir mit sehr vielen Chancen. Es ist am Ende so, dass wir die Qualität in Tore ummünzen müssen.“ dpa Der sonst so ehrgeizige Trainer Julian Nagelsmann wirkt von der derzeitigen Situation genervt. Foto: dpa Konstanz und Durchhaltevermögen fehlen Vettels „Zusammenbruch“ erstaunt Hamilton / Titelkampf ohne Spannung MINDEN. Auch das letzte Rennen gewann Lewis Hamilton mit Leichtigkeit. Vor dem Abflug in die Nacht von Suzuka wirkte der bald fünfmalige Formel-1-Weltmeister nur einmal kurz überfordert, als er den erstaunlichen Einbruch seines Widersachers Sebastian Vettel erklären sollte. „Ich hätte auf keinen Fall erwartet, dass sie so sehr nachlassen. Darauf habe ich keine Antwort, aber wahrscheinlich könnte Sebastian die Gründe nennen“, sagte der Mercedes-Pilot nach seinem ungefährdeten Erfolg in Japan. Die Superform des britischen Seriensiegers gepaart mit der Krise von Vettel und seiner Scuderia haben dem Titelkampf unerwartet früh die letzte Spannung genommen. Dass Hamilton schon in knapp zwei Wochen beim viertletzten Saisonlauf in Austin wieder Champion sein könnte, ist Zeugnis für das neuerliche Scheitern von Ferrari und seinem Chefpiloten im vierten gemeinsamen Jahr. Einen „Zusammenbruch“ erkannte die „Gazzetta dello Sport“. Mehr denn je stellt sich die Frage: Kann Vettel mit diesem Team überhaupt Weltmeister werden? Erste Fragen nach einem Abschied wies der 31- Jährige in Japan noch entschieden zurück. „Wir tun alles, um zu kämpfen und dagegenzuhalten“, beteuerte der Hesse. Aber es reicht offenkundig nicht gegen Hamilton und Mercedes. Zu groß ist die Zahl der Fehler, die Vettel und Ferrari unterlaufen. Und zu schwach sind die Italiener im Entwicklungsrennen mit den Silberpfeilen. „Sie haben viel an Leistung verloren, die Leistung kam einfach nicht mehr so wie vorher“, stellte Hamilton verwundert fest. dpa


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